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Primarschule und Musikgesellschaft Ferenberg: Gelungene Casting-Show
Grosserfolg im Reberhaus Bolligen: Die Musikgesellschaft und die erste bis sechste Klasse der Primarschule Ferenberg luden zum Doppelkonzert. Gemeinsam präsentierten sie das Musical «Casting Show», und dabei zeigte sich: Das Zusammenspiel von Jung und Alt, Kinderstimmen und Blasmusik funktioniert bestens.
Saal und Bühne waren gleichermassen voll, als Primarschule und Musikgesellschaft Ferenberg zum gemeinsamen Konzert namens «Casting Show» ins Reberhaus Bolligen luden. Die rund 200 Zuschauerinnen und Zuschauer genossen die besondere Stimmung eines Anlasses, bei dem Alt und Jung des Dorfes ein gemeinsames Projekt vorführten: «Viele der Ferenberger Musikerinnen und Musiker gingen früher selbst in diese Schule, daher war das ein sehr familiärer und besonders emotionaler Anlass», sagt Marianne Eugster, selbst einst Schülerin im Schulhaus Ferenberg und heute Präsidentin der Musikgesellschaft.
Raffinierte Idee
Die Idee der Musikgesellschaft Ferenberg war raffiniert: Es wäre doch sinnvoll, wenn die Ferenberger Schulkinder schon früh Interesse für die Blasmusik bekämen, fanden die Verantwortlichen. «Wir proben zwar in der Turnhalle und damit auf dem Schulareal, kennen einander aber kaum», erklärt Marianne Eugster. Die Musikkommission hatte die zündende Idee: Ein gemeinsames Musikprojekt könnte die Neugier der Kinder wecken und das eine oder andere später zum Mitmachen verlocken.
Bei Schulprojekten machen Kinder motiviert mit
Die Mitglieder der Musikgesellschaft waren sofort begeistert von der Idee. Bei den Lehrerinnen und Lehrern mussten noch ein paar Zweifel ausgeräumt werden: Die Kinder sollten bei einer gemeinsamen Show nicht einfach untergehen, sondern neben der Klangfülle der Blasmusik gut zur Geltung kommen, wünschte Lehrer Noah Gschwind. Er leitete das Projekt zusammen mit seinen Kolleg:innen, und grundsätzlich ist er gerne für Schulprojekte zu haben: «Diese sind immer schön, weil die Kinder besonders motiviert mitmachen.»
Passen Kinderstimmen zur Blasmusik?
Blieb also noch die Frage: Passen Schulkinder und Blasmusiker:innen zusammen? Die Mitglieder der Musikgesellschaft hätten eifrig genickt, erzählt Marianne Eugster: «Sofort hatten sie die Idee, zu leiseren Liedern nur im viel kleineren Ensemble aufzutreten.» Als diese Bedingungen geklärt waren, sprang auch auf Schulseite vollends der Funke.
Für alle Kinder etwas dabei
Die Idee für ein Musical namens «Casting-Show» war dann rasch geboren – ein idealer Rahmen, in dem alle Kinder irgendwie zum Zug kommen: Singend im Chor oder gar mutig mit einem Solo, als Moderator:in oder als Jury und beim Produzieren eines Schattentheaters oder von Kurzfilmen. «Die dreissig Kinder von der ersten bis sechsten Klasse waren von Anfang an begeistert dabei», sagt Lehrer Noah Gschwind.
Gemeinsame Liedauswahl
Seit dem letzten November haben Schule und Musikgesellschaft Ideen entwickelt. Einige Songs wählten die Schulkinder, andere die Musikgesellschaft, so war am Ende für jeden Geschmack etwas dabei. Ab diesem Januar legten die Schulkinder dann richtig mit Proben los. «Wir waren ganz baff, wie sie es schafften, alle Lieder und Texte zu lernen», freut sich Gschwind.
Lieder wurden angepasst ...
Auch die Schwierigkeiten beim Vorbereiten hätten sie elegant überwinden können, ergänzt Musikgesellschafts-Präsidentin Marianne Eugster: «Die Schülerinnen und Schüler singen in einer anderen Tonlage, die Lieder mussten teils umgeschrieben werden.» Sie mussten am Ende nicht nur für das Blasorchester, sondern auch für die hellen Kinderstimmen passen.
... und Terminprobleme überwunden ...
Aber sogleich zeigte sich eine weitere Hürde: Die Stundenpläne der Schulkinder passten partout nicht zu den Probezeiten der Musikgesellschaft. Während die Schulklassen tagsüber übten, arbeiteten die Mitglieder der Musikgesellschaft. Und wenn am Abend diese probten, waren die Schüler:innen zuhause und mussten Aufgaben erledigen oder sich zum Schlafen bereitmachen.
... dank technischen Möglichkeiten
«Das war für beide Seiten eine Herausforderung», sagt Marianne Eugster. Aber auch diese liess sich dank technischen Möglichkeiten lösen: «Wir machten Aufnahmen von unseren Proben und schickten sie an die Schule.» Dort luden Noah Gschwind und seine Kolleg:innen die Aufnahmen herunter und probierten mit dem Schulchor, was funktioniert. «So haben wir mit den Kindern geübt und die Aufnahmen ein paar Mal hin und her geschickt und jeweils gemeldet, wenn etwas nicht aufging», erzählt er.
Nur eine gemeinsame Probe und eine Hauptprobe...
Genau eine gemeinsame Probe konnten Schule und Musikgesellschaft Ferenberg Mitte Februar durchführen. Dann trafen sie erst wieder zur Hauptprobe am Morgen des Konzerttags zusammen – das musste genügen. Und es funktionierte: «Die Schulkinder waren alle sehr herzig, mega aufgeregt, aber wir waren richtig verblüfft, was da herauskam!», lobt Marianne Eugster. Dreissig Spieler:innen in der Blasmusik – das sei halt interessant, sagt sie, und daher hätten die Kinder immer wieder fasziniert nach hinten geschaut.
... und trotzdem funktionierte es
Am Konzert selbst jedoch habe alles wunderbar funktioniert, sind sich Marianne Eugster und Noah Gschwind einig. «Ich bin sehr zufrieden», freut sich Gschwind. «Wir hatten einen vollen Saal, alles klappte und wir erhielten super Rückmeldungen.» Die Kinder seien schon ziemlich aufgeregt gewesen. Er selbst hingegen habe das Konzert ziemlich entspannt erlebt: «Es sind Kinder – da muss es nicht perfekt sein, sondern es dürfen auch Fehler passieren!»
Ein Event zum Erinnern
Unmittelbar nach dem Konzert durften die Kinder die Instrumente von Nahem inspizieren, sie berühren und auch mal hineinblasen. «Die Kinder waren beeindruckt von den Instrumenten», freut sich Marianne Eugster, und Noah Gschwind ist überzeugt: «Dieses Konzert war ein toller Event, an den sich die Schülerinnen und Schüler zurückerinnern werden!»
Mehr zur Musikgesellschaft Ferenberg
Mehr zur Primarschule Ferenberg
[i] Als Folgeprojekt organisieren die Blasmusikvereine Bantiger ein «Musikkarussel»: Das ist ein Angebot der Jugendmusik Ostermundigen, bei dem Schülerinnen und Schüler in 10 Lektionen Musikinstrumente ausprobieren und selbst bauen können. Gefällt ihnen ein Instrument, können sie es bei der Musikschule lernen und in der Jugendmusik Ostermundigen erste Vereinslufts schnuppern. Später, so hoffen die Verantwortlichen, wechselt die eine oder der andere in einen der Bantiger Blasmusikvereine.
Erstellt:
03.04.2025
Geändert: 03.04.2025
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