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ZAK: Herbstwanderung ins Kiental

Christian Niederhauser führte die ZAK-Wandernden zum ehemaligen Tschingelsee im Gorneregrund. Die warme, wunderschöne herbstliche Stimmung im Kiental faszinierte.

Christian Niederhauser (mit Mütze) erzählte zum Start einiges zum ehemaligen Tschingelsee (Foto: Susi Blaser)
Die ZAK-Wandere überqueren eine Holzbrücke.(Foto: Susi Blaser)
Buntgefärbte Bergbach Idylle (Foto: Susi Blaser)
(Foto: Susi Blaser)

Schon bei der Anfahrt Richtung Griessalp war der fast verschwundene Tschingelsee sichtbar. Unterhalb der Griesschlucht war die gemütliche Reise mit Bahn und Postauto der Herbstwanderung des Vereins Zäme Aktiv Region Konolfingen (ZAK) fertig. Die 27 Teilnehmenden schnürten die Schuhe für die herbstliche Wanderung durchs Kiental. Entlang dem schon fast verlandeten Tschingelsee gings Richtung Bärepfad und weiter der Gornerewasser entlang.

 

Von der Gefahr zum Naturschutzgebiet

Christian Niederhauser wusste einiges Interessantes zum Tschingelsee auf 1150 Metern über Meer zu erzählen. "Ein heftiges Sommergewitter in der Nacht vom 18. auf den 19. Juli 1972 löste einen Murgang von den Hängen des Ärmighore aus. Die Geschiebefracht blockierte beim heutigen Zufluss des Sagibachs den Gornernbach (auch Gornerewasser genannt) und bildete einen Damm. Dahinter staute sich der Tschingelsee mit einer Länge von 700m und 300m Breite. Die Griessalp mit Hotelgästen und über 1'000 Stück Vieh auf verschiedenen Alpweiden waren von der Umwelt abgeschnitten". Bis die neue Strasse gebaut war, wurde die Versorgung mit Pontonbooten gelöst. Der Kientaler Tschingelsee ist ein Auengebiet von nationaler Bedeutung und steht seit 1987 unter Naturschutz. Gespeist wird der See unter anderem vom Gwindlibach, dem Gamchibach und dem Sagibach. Aus dem See fliesst bis zum Zusammenschluss mit dem Spiggebach das Gornerewasser. Als Chiene mündet dieser Bergbach bei Reichenbach in die Kander.

 

Das kleine Paradies ist allerdings vergänglich. Bedingt durch das Schrumpfen des Gamchigletschers führt der Gornerenbach seit den 1990er-Jahren immer mehr Geschiebe. Dieses Geschiebe wird grösstenteils im Tschingelsee abgelagert und führt zu dessen Verlandung. "Diese natürlich Kiesaufschüttung ca. 5 cm ergibt rund 7500 Kubikmeter pro Jahr", erklärte Christian Niederhauser.

 

Buntgefärbte Bergbach Idylle

Zwischen breiten Kies- und Sandbänken fliessen mehrere Wasserarme. Das bietet zwar einen sehr reizvollen Anblick, die Tümpel und Wasserläufe haben aber mit einem See nicht mehr viel gemeinsam. In absehbarer Zeit dürfte der Tschingelsee komplett verschwunden sein. Nach den interessanten Informationen ging die Wanderung auf dem Talweg, dem Gornerewasser entlang Richtung Fulbrunni. Die traditionelle Stundenrast liess die Gedanken nochmals zum Tschingelsee mit seiner damaligen Gefahr eines Dammbruchs schweifen. Gestärkt nahmen die Wandernden den Weg zum Ziel unter die Füsse. Durch bunt gefärbte Wälder, Alpweiden und abwechslungsreiche Landschaft erreichten die Teilnehmer Kiental.

 

Da es im Dorf Kiental kein offenes Restaurant gab, fuhren die ZAK-Wandernden mit dem Postauto nach Reichenbach. Im Restaurant Bahnhof in Reichenbach fand dann der traditionelle Umtrunk mit Nussgipfel statt.

 

www.zaeme-aktiv.org


Autor:in
Willi Blaser, Zäme Aktiv Konolfingen ZAK
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Erstellt: 21.10.2022
Geändert: 21.10.2022
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